U. Häßler @ 2010-06

HD-Video mit der GF1

AVCHD – Video mit der Panasonic GF1

Die Panasonic Lumix GF1 nimmt HD-Video auf – das ist eine geringere Auflösung als Full HD, aber immer noch deutlich größer als das DV-Format des klassischen Fernsehers. Darin unterscheidet sie sich von der Panasonic GH1, die Full-HD-Video aufnimmt.

HD-Video (1280x720px) ist eine Auflösung zwischen Full-HD (1920×1080px) und der klassischen DV-Auflösung (720x576px), die wir z.B. vom klassischen TV geliefert bekommen. Bei den Größenangaben für Videos werden aber meist die Zeilen angegeben: Full HD hat 1080 Lines, HD hat 720 Lines. Dahinter werden oft noch die Bilder pro Sekunde angegeben, z.B. i50 für 50 Halbbilder pro Sekunde.

Auflösung Full-HD, HD und DV

Aufnahme starten

Lumix GF1 Programmrad

Der rote Knopf neben dem Auslöser der Lumix GF1 startet die Videoaufnahmen und beendet sie auch wieder, aber wenn auf dem Programmrad Video-P eingestellt ist, beginnt der Auslöser die Aufnahme und beendet sie auch wieder – das stellt weniger Anforderungen an die Feinmotorik als der kleine rote Knopf.

Video und Autofokus

Mit der Option Dauer-AF ON fokussiert die Lumix GF1 bei einer Änderung der Entfernung zum Motiv stetig, auch in schwierigen Lichtverhältnissen innerhalb knapp einer Sekunde, aber wenn sich die Entfernung zum Motiv schnell ändert, kann die Kontrast-Entdeckung eine kleine Irrfahrt antreten, wenn kein spezielles HD-Objektiv wie dem Panasonic VARIO HD 14-140mm F4.0-5.8 (rund 700 €) mit einem IF Direct-Drive Motor verwendet wird.

Lumix GF1 Video Aufnahmeknopf

Die Panasonic GF1 erlaubt nur das Ändern der Blende (»Randweichzeichnung«) und eine Belichtungskorrektur im Video P-Programm. Jedes Drehen am Einstellrad bringt dabei ein deutliches »Klack« in die Audioaufnahme. Einen Anschluss für ein externes Mikrofon hat die Lumix GF1 nicht.

Lumix GF1 Video: Blende und Belichtungskorrektur

Die Länge der Video-Aufnahme wird einzig vom Speicherplatz auf der Karte und der Restlaufzeit des Akkus beschränkt.

AVCHD-Videos ansehen

Die Video-Aufnahmen der GF1 liegen als .MTS-Dateien im Ordner /PRIVATE/AVCHD/BDMV/STREAM der Speicherkarte und heißen 00001.MTS, 00002.MTS, usw. Unter Windows 7 können die Videos z.B. mit dem Windows Media Player abgespielt werden, bei älteren Versionen von Windows mit VLC oder dem K-Lite Codec Pack.

Auf dem Mac können die Videos mit VLC oder Toast Titanium 10 abgespielt werden, aber nicht mit Quicktime.

Video im AVCHD-Format

AVCHD wurde von der Motion Picture Expert Group (MPEG, engl. „Expertengruppe für bewegte Bilder“ ) geschaffen und von Sony und Panasonic in Produkte umgesetzt, um Videos auf Speicherkarten statt auf Laufwerken abzulegen.

Schnitt-Software und Player für AVCHD

AVCHD ist ein ambitioniertes Camcorder-Format für HD-Video.n Für den »normalen« Benutzer sind Formate interessant, die kostengünstig für ihre Benutzer sind – d.h. preiswerte Schnittprogramme, keine Kosten für Player.

Hausmittel

  • Ulead Video Movie Write 6
  • Apple iMovie 08 (mit Intermedia-Codec)
  • VLC
  • Open Source Video-Editore Kdenlive und LiVES

Professionell

  • Apple Final Cut Pro 6
  • Adobe Premiere Pro CS4
  • Pinnacle Studio Plus 11
  • Nero 7/8
  • Ulead Video Studio 11 Plus
  • Sony Vegas

Panasonic PhotoFunStudio

Für den PC liefert Panasonic zusätzlich zu Silkypix PhotoFunStudio aus, das einige schlichte Video-Bearbeitungsfunktionen bietet: Trimmen, Videos auf CD, DVD oder Blue Ray brennen oder auf youTube bereitstellen. PhotoFunStudio kann AVCHD nicht in ein anderes Format konvertieren.

AVCHD in andere Video-Formate transcodieren

Video-Primer für Fotografen

Speicherformat | Typische Speicherformate (»Wrapper«) für Video sind .mp4 (MPEG 4), .flv (Flash Video), .ogv (OGG), .mov (Quicktime) oder .avi (Audio Video Interleave).

Codecs | Videos können nicht unkomprimiert abgespielt werden – dafür sind die Datenmengen zu groß. Video wird mit einem Codec (z.B. H.264 o. OGG Theora) komprimiert, der beim Empfänger installiert sein muss.

Datenrate | Bei der Komprimierung wird eine Datenrate eingestellt – die erzielbare Datenrate richtet sich nach der Übertragungsleitung zum Betrachter des Videos. Für eine normale DSL-Leitung können wir z.B. eine Datenrate von 1000-2000 Kbs annehmen, für beste Qualität auf dem PC z.B. die 17.000 Kbs der Aufnahme.

Wer AVCHD-Videos ins Internet setzen oder per DVD weitergeben will, muss das AVCHD-Video in ein gängigeres Format umwandeln. Auf dem Mac geht das z.B. mit Handbrake (tut’s auch unter Windows), ein schnelles Programm, dass die 60 Frames pro Sekunde des Originals erhält. Toast Titanium 10 kann die Videos auf DVD oder Blu-ray brennen, VLC und VoltaicHD können AVCHD bearbeiten, aber nur mit 30 fps.
Auch iMovie 9 kann AVCHD direkt von der Karte importieren, schneiden, vertonen, brennen, für youTube, das Handy oder das Internet aufbereiten.


AVCHD in iMovie bearbeiten und exportieren

iMovie transcodiert die MTS-Dateien in den Apple Intermediate-Codec. Die Videodaten blasen sich damit ordentlich auf, dafür geht das Video-Editing gut von der Hand. Auch Final Cut Pro kann keinen nativen AVCHD-Schnitt bieten, dafür aber professionelle Schnittfunktionen.

Coverband on the fly Freihand-Aufnahme
Der Ton aus dem winzig kleinen Mikrofon der Panasonic Lumix GF1 ist schon erstaunlich, das tröstet ein wenig darüber hinweg, dass es kleinen Anschluss für ein externes Mikro gibt.
Die Bildqualität des Original-Videos bei Available Light ist dank des Panasonic 20 mm 1,7-Pancakes trotz reiner Kunstlichtszene aus der Lichtorgel sehr gut – das verdanken die Videos nicht zuletzt der hohen Datenrate von 17 Mbit/s

HD-Video und Full HD-Video

AVCHD wurde von (Panasonic) und Sony entwickelt und 2006 vorgestellt. Das AVCHD-Lite der Panasonic GF1 ist auf 720 Zeilen beschränkt (720p = 1280×720 px), während die Panasonic GH1 Full-HD mit 1920 × 1080 Pixeln aufnimmt. Neben der Beschränkung der Auflösung gibt es keinen weiteren Unterschiede zwischen AVCHD und AVCHD Lite.

Das Full HD-Video mit der Panasonic Lumix GH1 wird mit derselben maximalen Framerate von 17 Mbit/s wie das HD-Video der GH1 aufgenommen. So dürfte das HD-Video der GF1 in der Qualität trotz des kleineren Formats kaum zurückstehen.

Die GF1 bietet drei Aufnahmequalitäten für Videos im AVCHD-Format an:

Format-Bezeichnung Auflösung Framerate Speicherplatzbedarf
SH 720p 1280×720 Aufnahme 60p Ausgabe 30fps 17 Mbps 90-120 MB/min
H 720p 1280×720 Aufnahme 60p Ausgabe 30fps 13 Mbps
L 720p 1280×720 Aufnahme 60p Ausgabe 30fps 9 Mbps

AVCHD oder Motion JPEG

Alternativ stellt die Panasonic LF1 noch ein weiteres Aufnahmeformat: Motion JPEG.

AVCHD und AVCHD-Lite verwenden den H.264-Codec zur Komprimierung der Videodaten, der wesentlich effektiver ist als Motion JPEG, aber dem Computer auch mehr abverlangt. Die jüngere Generation der Rechner sollte allerdings keine Probleme beim Abspielen und auch nicht beim Schnitt bereiten, zumal der H.264-Codec heute schon als Chip auf immer mehr Grafikkarten zu finden ist und die CPU entlastet (auch viele Handys haben einen H.264-Codec als Chipssatz, sonst könnten sie Filme kaum ruckelfrei abspielen).

AVCHD-Aufnahmen lassen sich mit über die HDMI-Schnittstelle der Panasonic direkt auf dem Fernseher abgespielen, Aufnahmen im Motion JPEG auf dem PC.

Auf älteren Rechnern sollte Motion JPEG (im .mov-Format) die bessere Wahl sein. Allerdings muss dann mit deutlich größeren Filmclips gerechnet werden – aber wie groß die Videos werden, hängt auch vom Filmmaterial ab.
Die Qualität beider Codecs ist vergleichbar, wenn überhaupt Unterschiede sichtbar werden, dann sind die Konturen beim AVCHD vielleicht etwas schärfer und sauberer.

Fazit
Die Qualität des HD-Video aus der Panasonic Lumix GF1 ist tadellos – schade nur, dass es keinen Anschluss für ein externes Mikrofon gibt. Nebengeräusche wie eine Autobahn in der Nähe schlagen schnell durch und der deutliche Klick beim Ändern der Blende / Belichtungskorrektur stört.

Panasonic GF1: Der elektronische Sucher wird auf den Blitzschuh gesetzt und ist schwenkbar für Aufnahmen aus einer tiefen Position.

Bei Video-Aufnahmen fehlt ein schwenkbarer Live View. Der Aufstecksucher, der nach oben geschwenkt werden kann, erleichtert Videoaufnahmen enorm und sorgt auch für ruhigere Aufnahmen aus der Hand, aber schlägt mit einem Preis von rund 190 EUR kräftig zu Buche.

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Für das nachträgliche Einziehen von Wolken ist eine neue leere Ebene am besten geeignet. Die Pinselgröße anpassen, Woken einklicken und mit dem Radiergummi die Wolke wegradieren, wenn sie sich über die Baumspitzen legt. Oder die Ebene hin- und herschieben, bis die Wolken richtig sitzen.