
- Rund 70 Jahre liegen zwischen der Contax-Sucherkamera und der Lumix GF1 – aber eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht abstreiten.
Bild Contax: Wikipedia
Vor rund einem Jahr hat Panasonic mit der G1 die erste Systemkamera – eine Kamera mit Wechselobjektiven, aber ohne Spiegel – auf den Markt gebracht. Gut ein Jahr hat es gedauert, die Panasonic Lumix G1/GH1 noch einmal kräftig zu verkleinern: Das Ergebnis ist die Panasonic Lumix GF1.
Während die Lumix G1 nur wenig kleiner als eine konventionelle Einsteiger-Spiegelreflexkamera war – ihr Clou sind kleine leichte Objektive und ein schneller Kontrast-AF –, ist die neue Lumix GF1 nun wahrhaft kompakt.
Dass die Fotoszene mit einer so großen Spannung auf ein deutlich kleineres Format gewartet hat, hat Panasonic vielleicht gar nicht erwartet und vielleicht auch unterschätzt – und vielleicht unterschätzen wir den Aufwand für die Entwicklung eines neuen Systems.
Die Panasonic GF1 ist jedenfalls als zweite durch das Ziel gelaufen: Die Olympus EP-1 hat die neue Klasse als erste besetzt. Auch die Panasonic Lumix GF1 nutzt Objektive mit einem Micro-Four-Thirds-Anschluss und erreicht damit Abmessungen von 119x7x36.3 mm bei 285 gr Lebendgewicht (ohne Objektiv und Akku). Das ist ein Fliegengewicht im handlichen Format, das gerade noch das Gewicht für einen sicheren Halt aufbringt.

- Knapp vor der Blauen Stunde: Das 20 mm-Objektiv der Panasonic Lumix GF1 zeigt, was es kann. Auch bei slrgear.com kommt das »Pancake« mit der Festbrennweite und seiner hohen Lichtstärke (Anfangsblende F1,7) gut weg
Die Highlights im Überblick: Ein kleiner Einbaublitz, ein helles, hoch auflösendes 3“-Display, ein schneller Autofokus und eine richtige Abblendtaste.
Body und Design
Kein Retro-Design – die GF1 ist ausgesprochen schlicht. Bis auf den kleinen Griff auf der rechten Seite des Objektivs ist die GF1 ein einfacher Kasten mit einfachen Bedienelementen – der erste Eindruck ist ein ausgewogenes diskretes Design.
Die GF1 ist einen Tick größer als die Olympus EP-1 –wohl aufgrund des Einbaublitzes, der vollkommen mit dem Gehäuse verschmilzt, bis er in Aktion tritt.

- Mit Leitzahl 6 bei ISO 100 leistet der Blitz nur etwa die Hälfte des Hilfslichts einer herkömmlichen SLR, kann aber immerhin einen externen Slaveblitz zünden.
Das Display nimmt mit einer 3“-Diagonale einen großen Teil der Rückseite ein und zeigt den Live-View mit 460.000 Bildpunkten wie die GH1. Das sind doppelt so viele Bildpunkte wie beim Display der Olympus EP-1 oder der Nikon D5000 und halb so viele Punkte wie auf dem Monitor der Canon EOS 500D.
Wie Spiegelreflexkameras der Einsteiger- und Mittelklasse hat sie die meist genutzten Funktionen in Knöpfe und Tasten: Fokus- und Belichtungsspeicher, ISO, Weißabgleich und Fokusfelder. Eine frei belegbare Funktionstaste hat auch noch Platz und neben der Display-Taste für die Bildwiedergabe liegt eine Taste mit Doppelbelegung: Im Wiedergabemodus löscht sie Bilder, im Aufnahmemodus zeigt ein Druck auf die Taste die effektive Schärfentiefe oder Bewegungsunschärfe.

Panasonic GF1: Der elektronische Sucher wird auf den Blitzschuh gesetzt und ist schwenkbar für Aufnahmen aus einer tiefen Position.
Unter der Schutzkappe für den Blitzschuh liegt ein kleiner Stecker – der ist für den optionalen elektronischen Sucher, mit dem die Panasonic Lumix GF1 erweitert werden kann. Der elektronische Aufstecksucher ist schwenkbar, erreicht aber nicht die hohe Auflösung des Suchers der G1/GH1. Mit einem fest sitzenden Display ist ein Aufstecksucher ein sinnvolles Stück Zubehör – wer wie einstmals mit dem Mittelformat Fotos gern aus der Mitte des geplanten Bildes aufnimmt, muss nicht in die Knie.

Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht.
Ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken mir so eine kompakte zu holen.
Aber irgendwas hindert mich daran.
Jedoch überzeugt der Artikel durchgehend!
Die Lumix GF1 ist eine wirkliche Bereicherung in der Kamera-Welt.Nur wird es Zeit,dass sich Panasonic etwas einfallen lassen muß in Bezug auf den elektr. Sucher.Denn der ist gelinde gesagt;saumäßig.Und das ist nicht nur meine Meihnung.
Gute Kamera,doch der elektronische Sucher eine Zumutung.
Der Sucher ist gewöhnungsbedürftig, aber bei schlechten Lichtbedingungen, vor allem im Dunklen, hilf er doch. Beim Filmen aus der Hand ebenfalls hilfreich, da die Lumix GF1 kein Klappdisplay hat.
Der Preis ist auf jeden Fall eine Zumutung, da bin ich einer Meinung — aber ich möchte nicht mehr darauf verzichten.