U. Häßler @ 2008-01

Die Haltbarkeit analoger und digitaler Medien

Ob analoger Film oder fotografischer Print – analoge Fotos haben nur eine begrenzte Lebenszeit

Die Bildarchive dieser Welt befinden sich in heller Aufregung: Gute fünfzig Jahre ist das Farbdia alt und seine Gnadenfrist läuft langsam ab.

Zu Bewußtsein gekommen ist uns dieses Dilemma erst in jüngster Zeit: Viele der Materialien, aus denen Fotografien aufgebaut sind – Silber und Farbstoffe, Trägermaterialien und Bindemittel – sind instabil. Sie werden durch Licht, Feuchtigkeit und Wärme zerstört.

Natürlich verlängert eine sachgemäße Lagerung die Lebensdauer des Dias, aber fast immer erschwert sie den Zugang und die Nutzung des Archivs. Ein extremes Beispiel ist das Archiv der Norwegischen Nationalbibliothek, das in einem ehemaligen Eisenerzlager nördlich des Polarkreises angelegt wurde, um die Kosten für die Kühlung zu sparen. Ein langer Anfahrtsweg und eine langwierige Aklimatisationszeit erschweren jedoch die einfache Nutzung des Archivs.

Im Schwarzwald, in einem stillgelegten Bergwerk bei Oberried, schlummern die Mikrofilme der deutschen Archive.

Schnell gescannt – die Lösung aller Probleme?

So haben sich in den letzten Jahren die meisten Fotografen, Archive und Museen nicht mehr die Frage gestellt, ob sie ihre Filme digitalisieren – die Entscheidungen sind längst gefallen. Die Weiterverarbeitung erfolgt zumeist digital und die Anbindung eines Archivs an das Internet ermöglicht weltweit unkomplizierte Recherchen.
Inzwischen steht – neben der Organisation des Archivs – die Frage im Vordergrund, welchen Medien wir unsere digitalen Schätze („Assets“) anvertrauen.

Noch vor wenigen Jahren drückte der Scan mit 16 Bit Farbtiefe bei 2500 bis 3000 dpi mit satten 44 MB auf den Speicher – heute liefern unsere Digitalkameras innerhalb weniger Stunden gigantische Datenmengen, die sicher archiviert sein wollen.

Mit dem Preissturz und gleichzeitigem Qualitätszuwachs der Scanner liegen professionelle Bilderfassungen in hohen Auflösungen und Farbtiefe offen für ambitionierte Sammler. Der Zuwachs an Megapixeln bei der Digitalkamera hat auch bei 10 Megapixeln nicht aufgehört, sondern jede neue Generation setzt die Latte neu.

Immer war der verfügbare Speicher bei den anfallenden Datenmengen der große Engpass. So hat das digitale Bild immer schnell nach neuen Speichertechnologien gerufen – weder die CD noch die DVD halten dem Ansturm digitaler Bilder stand. Heute verkraftet die externe Festplatte mit einem superhohen Speicherangebot ganz oben im Kurs. Aber wer garantiert uns, dass unsere Bilder in 10, 50 oder gar 100 Jahren unbeschadet aus ihren digitalen Behältern wieder ans Licht des Tages kommen?

100 und mehr Jahre für die CD?

Auch wenn die Hersteller ihren CDs und DVDs eine Lebensdauer von 100 Jahren und mehr garantieren – die Garantie ist bloße Theorie, denn vorgelebt hat uns dieses Medium noch nicht einmal die Halbwertzeit. Die silberne Oberfläche erscheint uns allen doch fragil. Zudem hinkt die Kapazität der Silberscheiben stets den Anforderungen hinterher. Kein Fotograf und kein Archivar will zum Diskjockey werden, wenn er ein kleines Album zusammen stellt.

Ist eine Lösung mit einem schnellen Zugriff auf die Bilddaten, geringem Verwaltungsaufwand, schnellem Suchen und der hohen Sicherheit eines langlebigen Mediums in Sicht?

Langlebiges Altertum, kurzlebige Neuzeit

Wer sich intensiver mit der Lebensdauer von Medien generell auseinandersetzt, wird schnell eine erstaunliche (?) Entdeckung machen: Je älter das Medium, desto langlebiger scheint es zu sein.


Die Tontafeln der Sumerer sind 4000 Jahre alt und sehen so perfekt aus, als wären sie gerade erst entstanden. Schreibmaterial aus Ziegen- und Schafhäuten – vor über 2000 Jahren in Gebrauch gekommen – hat die Jahrtausende unbeschadet überlebt. Die älteste bekannte Bibelschrift, der Codex Sinaiticus, wurde mit Eichengalle auf Ziegenleder geschrieben. Hadernhaltiges Papier aus dem 15. Jahrhundert ist erstaunlich dauerhaft.

Aber Papier aus der industriellen Produktion, wie wir sie seit etwa 150 Jahren kennen, überdauert nur noch 50 bis 80 Jahre. Im Jahr 1850 entdeckte die Papierindustrie den Holzschliff und verwendet seitdem eine stark zerkleinerte Holzmasse als Ersatz für den traditionellen, aus Lumpen gewonnenen Papierrohstoff. Das im Holz enthaltene Lignin führt schnell zum Vergilben und produziert organische Säuren im Papier, es zersetzt nach und nach die Zellulosefasern und läßt das Papier brüchig werden.

Mediengaus von der Antike bis heute

Dies ist nicht der erste Untergang eines „Mediums“: 400 nach Christus musste die Welt zusehen, wie sich die gesamte klassische Literatur der Griechen und Römer im wahrsten Sinne des Wortes auflöste, weil die Papyrusrollen langsam zerfielen. In einer für die damalige Zeit unglaublichen Rettungsaktion ließ der römische Kaiser Konstantin 100000 Werke auf das haltbarere Pergament kopieren.

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Quicktipps

Wenn der Himmel zu eintönig ist


Wolken lassen sich mit Pinseln einmalen. Alternative Pinselspitzen für Wolken hat z.B. grenouille-enchantee.

Pinselspitzen oder Photoshop Brushes haben die Dateiendung abr und werden in das Photoshop-Verzeichnis Pinsel oder Brushes kopiert. In Photoshop das Pinsel-Werkzeug in der Werkzeugleiste aktivieren, um die Pinsel-Sammlung anzuzeigen. Oben rechts in der Pinselsammlung auf das Dreieck klicken, um die frisch eingeflogenen Pinselspitzen zu laden.

Für das nachträgliche Einziehen von Wolken ist eine neue leere Ebene am besten geeignet. Die Pinselgröße anpassen, Woken einklicken und mit dem Radiergummi die Wolke wegradieren, wenn sie sich über die Baumspitzen legt. Oder die Ebene hin- und herschieben, bis die Wolken richtig sitzen.