
Y. Garbasz: In My Mother's Footsteps, Hatje Cantz, 2009
Eine Reise in die Vergangenheit. Die Fotografin Yishay Garbasz folgte dem Weg Ihrer Mutter im von den Nazis besetzten Europa mit der Großformatkamera. Ihre Mutter habe Teile ihrer Seele an den Orten ihrer Kindheit und Jugend verloren und sie habe all diese Orte aufgesucht um die Teile wieder einzusammeln.
Wir sehen moderne Straßen, moderne Wohnungen, einen modernen Kindergarten. Eine Ortsangabe informiert uns, dass wir uns in Holland befinden, Straßennamen lassen uns den Weg der Mutter der Fotografin nachverfolgen und durch das Wissen um den Zusammenhang sehen wir nicht nur das Bild von heute, sondern wir stellen uns zugleich den Ort “damals” vor.
Vor dem geistigen Auge erscheinen weitere Bilder: wie könnte es ausgesehen haben, als die Mutter auf der Flucht vor den Nazis war? Wie hat es sich angefühlt?
Beim ersten Durchblättern wird klar, dass es sich nicht nur um dunkle und bedrohlich wirkende Stilleben aus den heutigen Überresten der Konzentrationslager handelt, sondern dass die Fotografin dem ganzen Weg, den ihre Mutter beschrieben hatte, gefolgt ist und diesen Weg in ruhige, sorgsam komponierte Bilder übertragen hat.
Dabei sucht sie die Straßen auf, in denen die Mutter lebte, die Häuser, aber letztendlich auch die Konzentrationslager, in die der Weg führte. Die Großformatkamera habe Sie gezwungen, langsam zu arbeiten, sagt die Fotografin, und das sieht man den Bildern an. Mit diesem Konzept hebt sich die Fotografie Garbasz von dem, was wir erwarten, ab.
Die Fotografin konnte ihrer Mutter die vollendete Serie noch vor deren Tod zeigen.
Yishay Garbasz
In My Mother’s Footsteps
Hatje Cantz Verlag
978-3-7757-2398-5
45,00 Eur[D] / 46,30 Eur[A] / 79,00 CHF UVP
Meike Fischer



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