
Belichtungszeit 68 sek, Belichtungskorrektur +4EV, ISO 160 Frankfurt Westhafen kurz vor Einbruch der Dunkelheit.
Fotografieren am späten Abend, kurz bevor es wirklich stockfinster wird, ist gar nicht so kompliziert, wie es scheint – und auf der anderen Seite sind gelungene Nachtaufnahmen immer wieder ein besonderer Eye-Catcher.
Trotz der widrigen Umstände lohnt es sich, die Kamera gerade dann aufzustellen, wenn die meisten Fotografen ihre Kamera bereits eingepackt haben. Das schwindende Licht und selbst die dunkle Nacht verleihen Orten einen geheimnisvollen Charme. Vorbei am Trend der technisch hochgerüsteten HDR-Fotografie holt die klassische Nachtaufnahme die Atmosphäre aus den Schatten und Tiefen der dunklen Nacht.
Das Mischlicht aus Straßenlaternen und tiefer Dämmerung oder Mondlicht bringt Farben in die Aufnahmen, die gar nicht unbedingt nach einem Weißabgleich rufen, sondern kleine Aufnahmeserien verbinden. Plätze, die am helllichten Tag banal und langweilig wirken, offenbaren bei Nacht ein ganz anderes Gesicht und können sich als überraschend charmant, geheimnisvoll und geisterhaft entfremdet herausstellen.

- Blaue Stunde – noch ist ein Rest vom Tageslicht vorhanden. Die lange Belichtungszeit (6 sek) gibt den Booten die Bewegungsunschärfe.
Die Vollautomatik der Kamera ist allerdings selten der richtige Ausgangspunkt, denn die Automatik versucht stets, das Bild im Tageslichtcharakter zu belichten. Kompaktkameras, aber auch Spiegelreflexkameras weisen darum häufig ein besonderes Programm für Nachtaufnahmen auf, aber gerade das manuelle Aussteuern einer Aufnahme setzt jede Menge kreativen Spielraum frei.
Das robuste Stativ
Ein fester Standpunkt für die Kamera – sei es nun ein Platz auf der Mauer – ist einfach unabdingbar. Schließlich muss die Kamera für mehrere Sekunden absolut erschütterungsfrei aufgestellt sein. Wer sich ernsthaft mit der Fotografie bei Nacht beschäftigen will, braucht aber irgendwann ein gutes Stativ, das u.U. auch windigem Wetter trotzt und auf das Gewicht der Fotoausrüstung angepasst ist. Das Stativ muss das Gewicht der Kamera mitsamt dem Objektiv sicher halten und der Umgang mit dem Stativkopf und den Hebeln muss zuvor im Tageslicht geübt werden.
Bulb – das Programm für Langzeitbelichtungen
Die meisten Digitalkameras haben eine längste Belichtungszeit von 10 bis 30 Sekunden. Bei Zeiten darüber hinaus kommt die Einstellung auf das Programm »B« zum Zuge: Der Verschluss bleibt so lange geöffnet, wie der Auslöser gedrückt ist. Für solche Fälle (also Belichtungen, die mehrere Minuten dauern können, ist der Fernauslöser eine willkommene Ausstattung, um die Verwacklungsgefahr auszuschließen. Wenn die Belichtungszeit kürzer als 30 Sekunden und kein Fernauslöser greifbar ist, ist der Selbstauslöser gefordert, damit das Auslösen der Kamera keine Erschütterung mit sich bringt.

- Dunkle Nacht – die Belichtung ist knapp gewählt (Belichtungskorrektur -1,3 EV), um die düstere Szenerie zu erhalten, der Himmel bekommt eine eigenartige Färbung.


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