U. Häßler @ 2009-07

Praktisches Farbmanagement 5

Color Management in Firefox aktivieren

Der Einzug des Farbmanagements in Firefox verheißt Fotografen eine konsistentere Farbwiedergabe im Internet – ab Version 3.5 des Browsers ist das Farbmanagement per Vorgabe aktiv.

In der Vergangenheit war Safari, der Browser von Apple, der einzige Browser, der Farbmanagement unterstützt. Auch Firefox 3 unterstützte das Farbmanagement des ICC – nur nicht per Voreinstellung. Mit Version 3.5 ist das Farbmanagement in Firefox so schnell geworden, dass Firefox Farbmanagement ohne Eingriff des Benutzers in die Einstellungen unterstützt.

Die meisten Bilder im Web haben kein Profil. Ob wir nun einen Browser mit oder ohne Farbmanagement benutzen – da werden wir keinen Unterschied bemerken. Interessant ist das Profil nur dort, wo Fotos – wahrscheinlich unwissentlich oder jegliches Hintergrundwissen – mit AdobeRGB fotografiert und ohne Transformation in das sichere sRGB ins Internet gestellt wurden. Wenn die Bilder beim Aufbereiten für das Internet ihr Profil nicht verloren haben, werden sie jetzt in denselben Farben wie in Photoshop angezeigt.


Surfin’ Safari | Safari und Firefox interpretieren das Profil des Bildes und zeigen es in denselben Farben wie Photoshop. Wenn das Bild ohne Profil auf der Webseite angezeigt wird, gehen Firefox und Safari von einem sRGB-Bild aus und transformieren das Foto in den Monitorfarbraum. Die Profilierung des Monitors wird also für Fotografen zur Pflicht.



Die Aufnahme mit der Canon 40D wurde im Canon-RAW-Format gespeichert und einmal als AdobeRGB-Bild und einmal als sRGB_v4 exportiert. Wie die vier Interpretationen gesehen werden, hängt natürlich von der Qualität des Monitors und der Qualität des Monitorprofils ab. Gut zu sehen ist aber fast an allen Monitoren, dass gerade Hauttöne in Bildern mit einem sRGB-Profil am besten wirken. AdobeRGB-Bilder ohne Profil liefern auch an profilierten Monitoren eine flaue und ungesättigte Darstellung.

Surfin’ Firefox | Um Color Management in Firefox 3 zu aktivieren, musste in der Adressleiste des Browsers about: config eingegeben werden. Nach einer charmanten Warnung zeigte Firefox Einstellungen und Vorgaben, die im regulären Menü der Voreinstellungen von Firefox nicht zu sehen sind.

Die Einstellungen für das Farbmanagement beginnen mit den Zeichen »gfx«, also gfx in die Filterleiste eingeben, um die Anzeige auf die relevanten Einträge zu beschränken. Ein Doppelklick auf den Eintrag gfx.color_management.enabled ändert den Wert von »false« zu »true«.

Anschließend musste Firefox neu gestartet werden, um das größte Fotoalbum der Welt mit Profil zu zeigen. Diesen exotischen Umweg dürfen wir uns jetzt sparen.

Surfin’ IE | Interessanterweise gab es tatsächlich zwei Anläufe seitens Microsoft, Internet Explorer mit ICC-Color Management auszustatten. Einen Anlauf erlebten nur aufmerksame Mac-Benutzer, denn IE 5 für den Mac wertete ICC-Profile aus. IE 5.5 Beta für den PC wurde mit Farbmanagement ausgeliefert, aber in der endgültigen Version des Browsers war das Farbmanagement nicht mehr dabei. So gibt es bis heute kein Farbmanagement in Internet Explorer.



Auch hier hängt die Darstellung der Bilder wieder von den Farbeinstellungen im Browser und der Qualität des Monitorprofils ab. In einem Browser, der Farbmanagement unterstützt, sollten die sRGB-Bilder mit und ohne Profil gar nicht oder nur leicht voneinander abweichen.

Obwohl Firefox auf Seiten rund um die Fotografie der meist genutzte Browser ist, sieht es im Rest des Webs immer noch anders aus. Dort spielen die verschiedenen Version von Internet Explorer immer noch die erste Geige.

Browserstatistik-2009-07.jpg

Links: Browserstatistik Juli 2009 von foto.5lux.de. Mit 51% ist Firefox der stärkste Browser (blauer Anteil).
Rechts: Browserstatistik Juli 2009 einer Kleinstadt. Beim »ganz normalen« Internetbenutzer überwiegt immer noch Internet Explorer mit über 60% (blauer Anteil).
Google Analytics zeigt den größten Browseranteil in Blau an, den zweitgrößten in Grün. Safari spielt die dritte Geige – in Fotografenkreisen mit knapp 10%, auf eher repräsentativen Seiten ist Safari weiterhin eher exotisch.

Anmerkungen von Besuchern »

  1. Kommentar by Marei Rhyen — 17. Oktober 2008 @ 18:47

    Seitdem ich das Color Management in FireFox eingeschaltet habe, sehen die Seitenfarben in Safari und FireFox in vielen Seiten unterschiedlich aus. Schalte ich das Color Management wieder auf false, sind die Hintergrundfarben wieder gleich.
    Die Unterschiede bei Bildern sind aber nur ganz klein. Nur bei AdobeRGB ohne Profil kann ich erkennen, daß die Bilder heller aussehen.

  2. Kommentar by Georg — 19. Oktober 2008 @ 20:57

    Ist das sRGB v4 Profil kompatibel zu dem häufig verwendeten v2 Profil? Kann man es ohne Bedenken allen Bildern ohne Profil zuweisen?

  3. Kommentar by Thorsten Krug — 19. Oktober 2008 @ 21:04

    Am besten man speichert das neue Profil in den vorgesehenen Systemordner.

    Auf dem Mac ist das:
    /Library/ColorSync/Profiles/.
    Unter Windows 200/XP:
    C:\WINDOWS\system32\spool\drivers\color

  4. Kommentar by U. Häßler — 19. Oktober 2008 @ 21:48

    Der Umgang mit den sRGB-v2- und dem sRGB-v4-perzeptiv-Farbräumen untersuchen wir gerade … das gibt wohl einen eigenen Artikel. Ich würde so wie es das ICC es vorsieht dem sRGB-Bild direkt ein v4-Profil zuweisen und v2-Bilder lieber erst wieder in ein sRGB-Bild umwandeln. Das Hin- und Her zwischen den v-Profilen ist ziemlich verlustfrei.
    Die Ergebnisse beim Druck mit dem Fotodrucker sehen sehr gut aus. Aber die Handhabung der ICC-v-Profile ist ein unsägliches Gehampel.

  5. Kommentar by Thorsten Krug — 20. Oktober 2008 @ 11:42

    Ich würde für das Colormanagement in Firefox standardmäßig das sRGB-v2 Profil zuweisen. Bilder ohne Profil also nach dem verbreiteten v2 Farbraum (sRGB_IEC61966-2-1) interpretieren, den farbbewusste Webdesigner in den letzten Jahren am häufigsten verwendet haben.

    Lädt man neue Bilder auf den Server empfiehlt es sich den Farbraum des v4 Profils zu verwenden und auch in die Datei mit einzubetten.

  6. Kommentar by Thorsten — 2. Mai 2010 @ 13:12

    Für alle, die sich nicht durch kryptisch Konfigurationen klicken wollen, gibt es das ganze inzwischen auch als Firefox Extension:
    https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/6891


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